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Hyperphosphatämie

Kennzeichen einer Hyperphosphatämie ist eine pathologisch erhöhte Konzentration an Phosphat im Blut bzw. Plasma. Die möglichen Ursachen für diese Störung des Mineralstoffwechsels sind so vielfältig wie die Wirkungen und Folgen des Phosphat-Überschusses.

Bestimmt wird die Phosphat-Konzentration laborchemisch aus dem Serum. Die Normwerte für Phosphat im Serum von gesunden Erwachsenen liegen zwischen 0,8 mmol/l und 1,6 mmol/l (2,5 mg/dl und 4,9 mg/dl). Die Normalwerte für Phosphat im Urin betragen 10 mmol bis 32 mmol im 24-Stunden-Urin (300 mg/24h bis 1.000 mg/24h). [2, 3]

Zur Beachtung

Mit einer Änderung der Phosphat-Konzentration im Serum ist regelmäßig auch eine Änderung der Calcium-Konzentration und des Calcium-Phosphat-Produkts [CaxP] verbunden. [2, 3]

Als Normwerte gelten Calcium-Konzentrationen, bestimmt aus dem Serum, von 2,15 mmol/l bis 2,55 mmol/l für Erwachsene bzw. 2,10 mmol/l bis 2.42 mmol/l für Personen im Alter über 50 Jahre.

Phosphor und Phosphat in der Biologie

Phosphor [P] ist ein Element, das in der Natur als Salz der Phosphorsäure (anorganisches Phosphat) oder als organisch gebundenes, verestertes Phosphat [HPO42-] in vielen verschiedenen Verbindungen mit ganz unterschiedlichen Funktionen vorkommt. Es ist für den menschlichen Organismus lebenswichtig.

  • Phosphat spielt unter anderem eine große Rolle im Knochenstoffwechsel. Als Kalziumphosphat ist es ein wichtiger mineralischer Baustein für das Hydroxiapatit und trägt damit wesentlich zur Stabilität der Knochen bei. Insofern ist Phosphat in großen Mengen im Knochen deponiert. Als Phosphat-Speicher kann der Knochen überschüssiges Phosphat aus der Zirkulation aufnehmen oder bei Bedarf in die Zirkulation abgeben, um so die natürlichen Schwankungen der Phosphat-Konzentration im Serum auszugleichen.
  • Lebenswichtig ist Phosphat auch zum Aufbau von Energiespeichern. Dazu zählen z.B. das Adenosintriphosphat (ATP), das zyklische Adenosinmonophosphat (cAMP), das zyklische Guanosinmonophosphat (cGMP), ebenso das Glucosephosphat als intermediäres Substrat des Kohlenhydratstoffwechsels.
  • Phosphat ist zudem Bestandteil der Zellmembranen.
  • Phosphat vermittelt auch die Aktivierung bzw. Inaktivierung vieler Enzyme.
  • Außerdem ist Phosphat wesentlicher Bestandteil vieler Puffersysteme der Zellen und im Harn.

Aufgenommen wird Phosphat über die Nahrung. Das mit der Nahrung zugeführte Phosphat wird im Dünndarm resorbiert, gelangt in das Blut und wird damit seinen Wirkorten zugeführt. Die Phosphat-Resorption im Darm wird von verschiedenen Mechanismen reguliert und hängt unter anderem vom Darmmilieu und der Verfügbarkeit des aktiven Vitamin D ab.

Für Erwachsene ist die tägliche Aufnahme von etwa 800 mg Phosphat empfohlen, doch tatsächlich werden bei der hierzulande üblichen Ernährung vielfach höhere Mengen zugeführt. Das überschüssige Phosphat wird danach über die Nieren wieder ausgeschieden.

Die Nieren haben bei der Regulation der Phosphat-Konzentration im Organismus eine wichtige Funktion. Ist die Phospat-Konzentration im Blut zu hoch, wird das überschüssige Phosphat bei gesunden Personen über die Nieren mit dem Urin wieder ausgeschieden. Bei einem Phosphat-Mangel wird die renale Ausscheidung gedrosselt.

Fosrenol® 250 mg / 500 mg / 750 mg / 1000 mg Kautabletten Wirkstoff: Lanthancarbonat-Hydrat. Zusammensetzung: Arzn. wirks. Bestandteil: 1 Kautabl. Fosrenol® 250 mg / 500 mg / 750 mg / 1000 mg enthält 250 mg / 500 mg / 750 mg / 1000 mg Lanthan als Lanthancarbonat-Hydrat. Sonstige Bestandteile: Stärkehydrolysat (enthält 7,8-9,2 % Wasser), hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph. Eur.). Anwendungsgebiete: Phosphat-bindendes Mittel zur Vermeidung einer Hyperphosphatämie bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, die eine Hämodialysebehandlung oder eine kontinuierliche, ambulante Peritonealdialyse (CAPD) erhalten. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Lanthancarbonat-Hydrat oder gegen einen der weiteren Bestandteile. Hypophosphatämie. Nebenwirkungen: Häufig (>1/100, <1/10): gastrointestinale Reaktionen, z. B. Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Dyspepsie, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen. Hypokalzämie. Gelegentlich (>1/1000, < 1/100): Gastroenteritis, Laryngitis; Eosinophilie; Hyperparathyreodismus; Hyperkalzämie, Hyperglykämie, Hyperphosphatämie, Hypophosphatämie, Anorexie, gesteigerter Appetit; Benommenheit/Schwindel, Kopfschmerzen, Geschmacksstörungen; Vertigo; Aufstoßen, Verdauungsstörungen, Reizkolon (IBS), Mundtrockenheit, Ösophagitis, Stomatitis, weicher Stuhl, Zahnverletzungen, nicht näher bestimmte Magen-Darm-Beschwerden; Alopezie, Hautjucken, Pruritus, erythematöser Hautausschlag, Schweißausbrüche; Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Osteoporose; Asthenie, Brustschmerz, Müdigkeit, Unwohlsein, periphere Ödeme, Schmerzen, Durst; Anstieg der Blutwerte von Aluminium, GGT, Lebertransaminasen und alkalischer Phosphatase; Gewichtsverlust. Vorübergehende Veränderungen des QT-Intervalls wurden beobachtet, die jedoch nicht mit einer Zunahme unerwünschter kardialer Ereignisse einhergingen. Warnhinweis: Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren. Weitere Angaben: s. Fach- und Gebrauchsinformation. Verschreibungspflichtig. Stand der Fachinformation: März 2010.

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