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Seltene genetische Krankheiten erforschen und behandeln

Shire Human Genetic Therapies (Shire HGT), ein Geschäftsbereich der Shire Unternehmensgruppe, ist ein weltweit agierendes biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Erforschung seltener genetischer Erkrankungen spezialisiert hat: Betroffene Patienten sollen durch innovative Therapien wieder mehr Lebensqualität erhalten. Mit weltweit nahezu 600 Mitarbeitern widmet Shire HGT sein gesamtes Wissen der Erforschung von Erberkrankungen wie Morbus Hunter, Morbus Fabry, Morbus Gaucher und dem Hereditären Angioödem (HAE). Es ist unser Ziel, den natürlichen Verlauf dieser komplexen und z.T. lebensbedrohlichen genetischen Erkrankungen näher zu erforschen und Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern, so Dr. Werner Föller, Geschäftsführer Shire Deutschland GmbH, Vize Präsident und Geschäftsbereich HGT. Unter anderem brachten hier die von Shire HGT entwickelten Enzymersatztherapien im Bereich der lysosomalen Speicherkrankheiten entscheidende Fortschritte.

Bei der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden wendet Shire zwei innovative, sich ergänzende Techniken an:

  1. Während der Herstellung unserer Protein-Arzneimittel kommt eine Technologie mit Verwendung menschlicher Zelllinien zur Anwendung. Damit lassen sich Proteine (= Eiweißstoffe) erzeugen, die in ihrem Aufbau und in ihrer Funktion den natürlich vorkommenden Eiweißstoffen im Körper des Menschen gleichen. Dies schließt auch so genannte post-translationale Modifizierungen (z. B. Glykosylierungen) ein, die ebenfalls vollkommen human-authentisch sind. Der Vorteil: Das Arzneimittel wird vom Körper nicht als „fremdartig“ eingestuft und die Wahrscheinlichkeit für eine unerwünschte Immunantwort auf die Behandlung sinkt.
  2. Um größere Mengen der Protein-Arzneimittel herstellen zu können, setzen wir unsere patentierte Genaktivierungstechnologie (Gene-Activations-Technology®) ein. Dies ermöglicht den Verzicht auf die Übertragung von Genen in nicht-menschlichen Zelllinien.

Die Kernkompetenz von Shire HGT liegt in der Erforschung erblicher Stoffwechselstörungen, die durch die Abwesenheit bestimmter Enzyme gekennzeichnet sind. Im Mittelpunkt stehen die lysosomalen Speicherkrankheiten Morbus Hunter, Morbus Fabry und Morbus Gaucher. Diese beruhen auf einer fehlerhaften oder fehlenden Herstellung von Enzymen, die für den Abbau komplexer Moleküle in den Lysosomen der Körperzellen verantwortlich sind. Durch den Mangel bzw. die verminderte Aktivität der Enzyme reichern sich die unvollständig abgebauten Substanzen immer weiter in der Zelle an und stören letztendlich die Organfunktion.

Enzyme

Spezielle Eiweißstoffe, die Stoffwechselvorgänge im Körper steuern.

Morbus Hunter

Vererbte Stoffwechselerkrankung, von der nahezu ausschließlich Jungen betroffen sind. Aufgrund eines Gendefekts fehlt bei M. Hunter ein bestimmtes Enzym oder es ist in der Aktivität vermindert. Dadurch ist der Stoffwechsel, insbesondere der Abbau so genannter Mukopolysaccharide beeinträchtigt. Die Abbauprodukte sammeln sich im Gewebe an und schädigen zahlreiche Organe wie Haut, Herz und Gehör. Die Art und Ausprägung der Symptome variiert, bei schweren Formen ist die Lebenserwartung stark vermindert.

Morbus Gaucher

Vererbte Stoffwechselerkankung, die durch einen Gendefekt verursacht wird. Bei dieser Störung steht dem Körper zuwenig von dem Enzym Beta-Glukozerebrosidase zur Verfügung. Dieses Enzym spaltet normalerweise das Stoffwechselzwischenprodukt Glukozerebrosid in seine Bestandteile auf – das sind Glukose („Traubenzucker“) und der Fettstoff Ceramid. Wenn die Beta-Glukozerebrosidase fehlt oder defekt ist, kann Glukozerebrosid nicht ausreichend abgebaut werden. Als Folge reichert sich das Zwischenprodukt in den Zellen an. Dies betrifft vor allem einen bestimmten Zelltyp des Immunsystems, die so genannten Makrophagen („Fresszellen“). Die Ablagerung von Glukozerebrosid in den Zellen beeinträchtigt im Laufe der Zeit die Funktion verschiedener Organe (z. B. Milz, Leber).

Lysosomen

Lysosomen sind Zellorganellen, deren Hauptaufgabe darin besteht, mit Hilfe bestimmter Enzyme körpereigene Stoffwechselprodukte, aber auch körperfremde Stoffe abzubauen und für den Abtransport aus dem Körper vorzubereiten

Lyosomale Speicherkrankheit

Lysosomen sind Bestandteile der Zellen. Sie ähneln einer Recycling-Maschine und haben die Aufgabe, Abfallprodukte des Stoffwechsels zu zerkleinern, damit der Körper diese erneut verwenden kann. Bei einer lysosomalen Speicherkrankheit ist dieser Abbauprozess gestört. Bestimmte Abfallprodukte werden nicht weiter aufgespalten, sondern reichern sich in den Zellen an und schädigen eine Vielzahl von Organen.