Diagnostik – biochemische Tests bzw. molekulargenetischer Nachweis erforderlich
Voraussetzung für den Therapieerfolg ist eine frühzeitige Diagnose. Die Behandlung sollte idealerweise beginnen, bevor die progrediente Akkumulation von Gb3 irreversible Organschäden induziert hat. Doch aufgrund der heterogenen und oft diffusen Symptomatik wird die Diagnose oft falsch oder erst mit starker Verzögerung gestellt. Noch vergehen zwischen dem Auftreten erster Symptome und der Diagnose 12 Jahre.
Die Vielzahl der potenziell betroffenen Organe und die oft variable Ausprägung der klinischen Manifestationen erschwert die Diagnostik der Erkrankung. Die Symptome variieren von Patient zu Patient und sind oft sogar innerhalb der gleichen Familie unterschiedlich. Eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit ist für die Diagnose unerlässlich. Bei Verdacht auf die Diagnose von M. Fabry sollten Patienten an ein Zentrum mit langjähriger Erfahrung in der Diagnostik und Therapie dieser Stoffwechselstörungen überwiesen werden.
Die Verdachtsdiagnose wird in erster Linie anhand der klinischen Symptome gestellt. Nachfolgend können histologische, biochemische und/oder molekulargenetische Untersuchungen weiteren Aufschluss geben. Bei Männern wird die klinische Diagnose in in der Regel durch biochemische Tests zur Bestimmung der alpha-Galaktosidase-Aktivität und/oder den Nachweis der Speichersubstanz (Globotriaosylceramid oder Ceramidtrihexosid) verifiziert. Bei Frauen ist ein sicherer Nachweis ausschließlich durch molekulargenetische Methoden möglich. Hautbiopsien können bei der Diagnosestellung helfen. Insbesondere in unklaren Fällen und bei Fehlen eindeutiger biochemischer und molekulargenetischer Befunde liefern Biopsien oft den entscheidenden Hinweis auf die Erkrankung.
Biochemische und genetische Diagnose:
- Bestimmung der α-Galaktosidase-A-Aktivität: Bei Männern kann die Diagnose des M. Fabry durch einen nachgewiesenen Mangel an alpha- Galaktosidase-A-Aktivität gestellt werden (Leukozyten, Plasma, Serum oder Tränenflüssigkeit)
- Mutationsanalyse: Bei heterozygoten Frauen mit M. Fabry kann die Diagnose nicht verlässlich durch einen Enzymtest gestellt werden. Die vorhandene Aktivität der alpha-Galaktosidase-A kann bei betroffenen Frauen ebenso niedrig sein wie bei betroffenen Männern, kann aber auch im Normbereich liegen. Deshalb ist bei Frauen eine Mutationsanalyse notwenig.
Zusätzlich können erhöhte Gb3-Spiegel im Urin und/oder Plasma oder der histologische Nachweis dieser Ablagerungen in Gewebebiopsien (Haut, Niere, Herz) auf Morbus Fabry hinweisen. |