Morbus Fabry – sowohl Männer als auch Frauen sind betroffen
Da Morbus Fabry eine X-chromosomal vererbte Erkrankung ist, könnte man annehmen,
dass es sich um einen „rezessiven“ Erbgang handelt und somit die Frauen
symptomfreie „Überträgerinnen“ sind oder nur schwache Symptome der Erkrankung
entwickeln. Es wurde aber mittlerweile durch mehrere Studien belegt, dass die
Frauen mit der Genmutation im weiteren Verlauf klinische Manifestationen der
Krankheit entwickeln können, diese sind jedoch variabler ausgeprägt.
Vererbung bei einem männlichen Morbus Fabry-Patienten
Ein betroffener Vater wird nur gesunde Söhne haben, doch alle Töchter werden
immer die Krankheitsanlage tragen, da sie unweigerlich das mutierte X-Chromosom
ihrer Väter erhalten.
Entsprechend der zufallsbedingten X-Chromosom-Inaktivierung (Lyon-Hypothese)
kann bei den Genträgerinnen die α-Galaktosidase A-Aktivität und damit die
klinische Ausprägung sehr unterschiedlich sein.
Vererbung von Morbus Fabry bei einer weiblichen Trägerin
Eine weibliche Trägerin hat eine defekte und eine normale Kopie des GLA-Gens und
wird daher das defekte Gen im Durchschnitt an die Hälfte ihrer Kinder, sowohl an
die Jungen als auch an die Mädchen, vererben.
Wenn Betroffene mit Morbus Fabry eigene Kinder bekommen möchten, sollten sie
sich zunächst von einem Facharzt der Humangenetik beraten lassen, der die
notwendigen Informationen und das Hintergrundwissen vermitteln kann, um den
Betroffenen eine Entscheidung bezüglich des Kinderwunsches zu erleichtern. Das
Fabry-Syndrom kann bereits pränatal diagnostiziert werden. Auch dieses Thema ist
Bestandteil der humangenetischen Beratung.
Wenn ein Familienmitglied von Morbus Fabry betroffen ist, trifft dies mit hoher
Wahrscheinlichkeit auch noch für weitere Familienmitglieder zu. Betroffene mit
bestätigter Diagnose sollten daher ihre Verwandten auffordern, sich medizinisch
beraten zu lassen, insbesondere wenn bereits Symptome der Krankheit erkennbar
sind.
M. Fabry wird X-chromosomal vererbt. Ein Mann mit M. Fabry wird gesunde Söhne
haben, doch die Töchter sind in jedem Fall Trägerinnen des defekten Gens. Eine
weibliche Trägerin gibt den Gendefekt mit einer 50-prozentigen
Wahrscheinlichkeit an ihrer Söhne und Töchter weiter. Entnommen aus Beck & Ries
(2001) mit Genehmigung.