Die moderne Diagnostik ist nicht-invasiv
Früher wurde zur Diagnose des Morbus Gaucher ein histologischer Nachweis von Gaucher-Zellen im Knochenmark herangezogen. Allerdings finden sich ähnliche Zellen (Pseudo-Gaucher-Zellen) auch bei chronisch myeloischer Leukämie und anderen hämatologischen Erkrankungen. Heutzutage wird die Diagnose in erster Linie mit Hilfe folgender Untersuchungen gesichert:
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Beta-Glukozerebrosidase-Assay:
Die Enzymaktivität der Beta-Glukozerebrosidase beträgt bei den meisten Patienten zwischen 10% und 30%. Die Analyse erfolgt in Leukozyten oder Fibroblasten bzw. in Amnion- oder Trophoblasten-Zellen. Die Höhe der Enzymaktivität korreliert nicht mit dem Schweregrad der Erkrankung.
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Genotypisierung:
Mit Hilfe der Polymerase-Kettenreaktions-Technologie lassen sich die bekannten Hauptmutationen identifizieren und genetisch charakterisieren. Die Genotypisierung steht auch für die pränatale Diagnostik zur Verfügung.
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Nachweis der Makrophagen-Aktivierung:
Die pathologischen Speicher-Makrophagen produzieren erhöhte Serum-Spiegel verschiedener Enzyme, die als biochemische Marker für den Morbus Gaucher herangezogen werden können. Dazu gehören die tartratresistente saure Phosphatase (Höhe der Serumspiegel korreliert nicht mit dem Schweregrad der Erkrankung) und das Angiotensin Converting Enzym (ACE; Erhöhung ist nicht spezifisch für Morbus Gaucher, allerdings zeigt sich bei Therapieerfolg ein Rückgang der Spiegel). Auch das Ferritin ist häufig erhöht (unspezifischer Marker). Zwei vielversprechende Biomarker für das Monitoring der Gaucher-Erkrankung sind die Chitotriosidase und das Chemokin CCL18. Die Chitotriosidase-Spiegel steigen bei Gaucher-Patienten um das 100- bis 1.000-fache an, die Höhe korreliert oft mit dem Schweregrad des Krankheitsbildes. Eine Chitotriosidase-Messung lässt sich in dafür spezialisierten Labors durchführen. Insgesamt eignet sich dieser Marker sehr gut für das Monitoring von Therapieerfolg und Krankheitsverlauf. Bei rund 5% der Patienten liegt ein Defekt im Chitotriosidase-Gen vor, ohne messbar erhöhte Werte, trotz Vorliegen eines Morbus Gaucher. In diesem Fall müssen andere Marker herangezogen werden. Hochspezifisch für die Gaucher-Erkrankung ist das Chemokin CCL18, allerdings stehen für diesen Marker außerhalb von wissenschaftlichen Studien kaum Labore bzw. Assays zur Verfügung.
Diagnostik bei Morbus Gaucher |
| Laboruntersuchung: |
Fragestellung: |
| Hämoglobin / Erythrozyten |
Liegt eine Anämie vor (Müdigkeit, Schwäche, Konzentrationsschwierigkeiten)? |
| Thrombozyten |
Liegt eine Thrombozytopenie vor (Blutungsneigung, häufige Hämatome)? |
| Chitotriosidase |
Sind die Spiegel erhöht? Einschätzung des Krankheitsschweregrades, Therapiemonitoring |
| Leukozyten |
Liegt eine Leukozytopenie vor (erhöhte Infektanfälligkeit)? |
| Eisen |
Ausschluss anderer Anämie-Ursachen Ferritin Therapie-Monitoring |
| Scan-Untersuchung: |
Fragestellung: |
| MRT / CT |
Knochenveränderungen? Lebervolumen? Milzvolumen? |
| DEXA Scan |
Bestimmung der Knochendichte und Knochenhärte (für Untersuchungen bei Kindern nur eingeschränkt geeignet) |