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Die lysosomale Speicherkrankheit wird autosomal-rezessiv vererbt

Der Morbus Gaucher entwickelt sich aufgrund eines autosomal-rezessiv vererbten Gendefekts auf dem Chromosom 1. Mittlerweile sind über 200 verschiedene Mutationen bekannt, die zu einer Gaucher-Erkrankung führen können. Der Gendefekt bedingt eine verminderte Produktion bzw. eine herabgesetzte Aktivität des lysosomalen Enzyms Beta-Glukozerebrosidase. Das Enzym übernimmt physiologischerweise die hydrolytische Spaltung der Glukozerebroside in Glukose und Ceramid. Die verbleibende Aktivität der Beta-Glukozerebrosidase liegt bei den meisten Gaucher-Patienten nur noch zwischen 10% und 30%. Die Folge ist eine pathologische Speicherung der lipidhaltigen Stoffwechselzwischenprodukte in den lysosomalen Strukturen der Zellen des retikuloendothelialen Systems. Die Glukozerebroside akkumulieren in den Makrophagen, die zu typischen Gaucher-Zellen anschwellen. In erster Linie sind die Milz, die Leber und das Knochenmark von der Organinfiltration mit Gaucher-Zellen betroffen. Dies führt zu einer Vergrößerung von Milz und Leber mit den Symptomen eines Hypersplenismus (Anämie, Leukozytopenie, Thrombozytopenie). Die Infiltration des Knochenmarks geht mit Störungen am Skelettsystem einher (häufige Frakturen, Deformierungen, Wachstumsstörungen bei Kindern). In seltenen Fällen manifestiert sich die Erkrankung auch am Zentralnervensystem (neuropathische Form).

Der Befall innerer Organe und der Schweregrad des Krankheitsverlaufs ist beim Morbus Gaucher sehr variabel. Die wesentlich häufigere nicht-neuropathische Form (ca. 95% aller Patienten) wird oft erst im Erwachsenenalter symptomatisch mit Hepatosplenomegalie, Anämie, Thrombozytopenie und ossären Veränderungen. Bei der (sehr seltenen) Beteiligung des Nervensystems können schwere Hirnschäden auftreten, die bereits in den ersten Lebensjahren zum Tod führen. Bei der milderen neuropathischen Form wird oft das Teenager- und Erwachsenenalter erreicht.